27. Juni 2011



schwarz und böse. aber hallo.

die meute wartet auf einen detaillierten festivalbericht. da will ich mal nicht so sein.
der samstag fing schon ganz schlecht an - GANZ schlecht -, als ich noch vor der abreise meine chucks gegen regenfeste schuhe eintauschen musst - wovon ich nur ein paar besitze nebenbei bemerkt. und dieses schlimmste aller festivalwetter sollte bis zur nacht anhalten.
am samstag trafen sich also die fantastischen vier, um - unglaublich grimmig, melancholisch und in weltuntergangsstimmung versteht sich - das blackfield festival in gelsenkirchen zu zelebrieren. doch das musste erstmal warten. denn dies war nicht einfach nur ein festival. i wo! denn vor genau zwei jahren haben wir uns auf demselbigen zum ersten mal live und in farbe getroffen. jesses. erst zwei jahre her? ich altere rasend schnell seitdem. haaaaaaaaaaaa. außerdem hatte ich noch nie so viele sonnenbrände wie in den letzten zwei jahren. aber ich schweife ab. dieses jubiläum musste natürlich standesgemäß mit einem prosecco in dosen gefeiert werden.

als dieser programmpunkt erfolgreich abgearbeitet wurde - furchtbar, diese gesellschaftlichen konventionen - ging es also ab an die front. zack zack. jetzt muss ich gerade selber das line-up nochmal kurz hintereinanderkriegen. ach, ist ja auch egal. muss ja sehr beeindruckend gewesen sein. überspringen wir also den teil bis zu den frühen abendstunden.


ach nee, watte mal. da hätte ich doch fast den herrn svenni vergessen. als alter dreadful shadows fan brauchte ich wahrlich ein bißchen, um mich an diese elektronische variante solar fake zu gewöhnen. aber er macht halt einfach was her, da brauchen wir uns nix vormachen. dafür schonmal ein photo. und außerdem gefiel mir der auftritt um weiten besser als noch vor zwei jahren. ich bin auf dem weg...


IAMX. oioioiiiiiiii, mein lieber herr kokoschinski. genie und wahnsinn liegen eben doch ganz nah beieinander. mehr in der rückenlage als in der senkrechten, der herr corner. ich möchte keine schätzung wagen, ob der prozentanteil der getroffenen töne schon im zweistelligen bereich lag. ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass er schlecht geschlafen hat. is klar, ne? und beim nächsten mal wieder richtig. photo gibt es trotzdem, weil er eben doch ein genie ist.


dann mal weiter zum garant des gelingens. herr hates, der alte perfektionistische traumtänzer. neuerdings mit feuer am start. hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir von einem der zuckersüßen cybergothics mal schnell eine atemmaske zocken können. und was passiert, wenn der auftritt naht, auf den man den ganzen tag gewartet hat? der akku der kamera verabschiedet sich? falsch. beide akkus der kamera verabschieden sich. ist das zu glauben? meeeeeeeterweit brechen könnte ich. aber ein photo ging noch, bevor alles schwarz wurde. im trendigen blau (ich hätte gerne blöööö gesagt, weiß aber nicht, wie man's schreibt. latinum sage ich da nur). großartiger auftritt von diary of dreams.


AND ONE. herr naghavi, der alte schwerenöter. geballte kompetenz bei gefühlten einmetervierzig. und obwohl mir das pusselwetter mittlerweile ganz niederträchtig von hinten in die knochen zog und meine plastiktüte unterm hintern langsam aber sicher durchsiffte, wurde ich von den herren großartig unterhalten. es ist mir immer wieder eine freude. genau mein humorzentrum. und welcome back mr. joke.


kommen wir also zum sonntag. was war am sonntag? jedenfalls kein schatten. soweit klar. habe ich nicht letztes jahr ausdrücklich darum gebeten, mir ganz feste in die kniekehle zu treten, wenn ich was von sonnencreme und warmduscher nuschel? worauf kann man sich heute eigentlich noch verlassen. tse. ich warte quasi minütlich darauf, dass sich mein gesicht an einem stück vom knochen pellt. aber dafür konnte ich meine chucks wieder tragen. man will ja nicht undankbar sein.


quasi in letzter sekunde am freitag noch angekündigt kam assemblage 23, der große, sympathische teddybär aus seattle. sieht man höchst selten live. um genau zu sein erst zum zweiten mal in 10 jahren. das nenne ich mal rar machen. phantastisch, der herr shear. da keiner wusste, dass er kommt, saß er auch alleine auf weiter flur am autogrammstand. richtig leid tat er mir. so dass ich mein oberstes gebot brach. denn lieber würde ich mir ein bein abhacken, als mich als fan zu outen. man könnte es auch eine ausgewachsene phobie nennen. autogramme holen ist in meinen augen die speerspitze der peinlichkeiten. und doch habe ich es getan. wat mut dat mut (ich erwähne an dieser stelle nicht, dass stephie mich am ohrläppchen hinter sich hergezerrt hat, das würde mein heldentum nur unnötig schmälern).
Link
kommen wir zum kuriosum meines musikgeschmacks. jedes jahr wieder hüpfe ich vergnügt zu letzte instanz, während der rest der fantastischen vier auf den steinrängen einpennt. blasphemisches volk. ich werde es auch weiter tun, weil die herren einfach phantastisch sind. da fehlt keine CD im regal. SO sieht's nämlich aus. zwei photos dafür.



huch. so viele bandphotos und noch keine weinpause? kann ja nicht. wenn man übrigens jedes jahr die gleichen kofferraum-wein-in-plastikbechern-photos macht, lässt sich wunderbar der alterungsprozess aufs genaueste nachvollziehen. dem gewieften beobachter fällt natürlich sofort unser partnerlook auf. schatzis kommentar zur fliederfarbenen rose im haar (nicht lila, nein. fliederfarben.): "du bist doch keine torte." ja, danke auch.


kommen wir zum schreckgespenst der jugendschützer. zur personifikation des endzeit-albtraums. combichrist. ich liebe die herren und könnte den ganzen tag photos machen. wenn es nur nicht so anstrengend wäre, sich gleichzeitig die seele aus dem leib zu rocken. das war diesmal allerdings nicht ganz so schwer, da aufgrund technischer probleme der auftritt nach ein paar liedern abgebrochen werden musste. bei dieser gelegenheit fiel mein diesjähriges lieblingszitat: "what is great about playing in an industrial band? NOTHING!" sprachs und ging von der bühne, wahrscheinlich um den technikpraktikanten zu verprügeln. wie kann man nur so aussehen, so ne mucke machen und dabei so sypathisch sein? dafür gibt es gleich drei photos.




der rest des unterhaltungsprogramms lag fern ab meines verkorksten musikgeschmacks, so dass wir dank des guten wetters unseren paparazzi-ambitionen frönen konnten. ohne den hintern vom stein zu heben versteht sich. technik macht es möglich.




freunde des guten geschmacks. das war's schon. ausgedruckt sicherlich mehrere seiten lang. und es sind noch nichtmal diorama aufgetreten. wo wir gerade davon reden. in zwei wochen geht es weiter mit festival numero zwo. in hamburg. is klar, ne? mit den herren diorama. und anderen größen meiner teenieträume. und einer hoffentlich wieder normalen gesichtsfarbe.

bleibt mir nur noch zu sagen: "was macht denn die rote chanteuse da auf dem bild, verdammte hacke?"

24. Juni 2011



invasion der dritten art.
auf meinem balkon. vor einiger zeit als bepflanztes küchensieb verzückt erstanden, in die ecke gestellt und vergessen entdeckte ich jüngst, dass diesen gummiartigen rosetten lange hälse mit zauberhaften blüten entsprungen sind. ich weiß bis heute nicht, was das eigentlich genau ist, das ich da züchte, aber es sieht verdammt witzig aus.




schwarz und böse.
so. das war's auch schon wieder zum thema gute laune, sonne, hoffnung und zauber der natur. denn - trommelwirbel - der alljährliche festivalsommer ist eingeläutet. dieses wochenende geht es auf in den tiefsten pott zum blackfield festival in gelsenkirchen. das erste von vielen. zum aufwärmen sozusagen. und prompt fängt es bei diesen worten an zu schütten wie aus kübeln. ist das zu fassen. erinnert mich morgen früh dran, plastiktüten zum draufsetzen mitzunehmen. tse.

aber. wir sind ja nicht aus zucker, wie meine oma immer zu sagen pflegt. der superzoom ist aufgeladen, die kalorien sind eingepackt - es verstösst gegen jegliche sitte und anstand, gesunde ernährung zu sich zu nehmen während eines festivals - und der wein zittert schon
wellenförmig vor aufregung.

so werden die fantastischen vier wieder vereint zu den klängen depressiver untergangsmusik schwoofen. ganz besondere vorfreude gilt herrn hates mit seinen mannen von diary of dreams, dem kleinen herrn corner von IAMX - ich bin gespannt, wie hoch die absätze seiner stiefel diesmal sein werden - und wie ich soeben erfuhr wird herr sheer, die alte hupe von asssemblage 23, auch mit von der partie sein. welch freude.
und während hier die einstimmungsvorbereitungen lautstark und basslastig von statten gehen, werde ich mich bis morgen früh verzweifelt in meinen kleiderschrank einschließen und mir fürs nächste jahr dringend vornehmen, meine weight watchers bücher früh genug aus den kisten zu kramen. zumindest in meinen bonbonfarbenen festivalrock vom letzten jahr passe ich mal ganz gediegen sowat von nicht mehr rein, dass einem die tränen in die augen steigen. in spätestens zwei stunden werde ich inmitten eines meterhohen stoffhaufen stehen und hysterisch kreischen. womöglich muss ich mir auf die schnelle noch einen neuen rock nähen.

so. jetzt aber.






21. Juni 2011



der letzte seiner art.
wenn man den ganzen tag im aufgeweichten tapetenkleister badet und hinterher eine panade im bröckelnden putz auflegt, muss man zwischendurch auch mal was sinnvolles machen. damit wäre die letzte dieser zauberhaften alten holzschubladen verbaut. die hier habe ich mir bis zum schluss aufgehoben. mit den ganzen kleinen unterteilungen. hach. jetzt muss ich mir ein anderes hobbie suchen.
zu finden im shöpchen.


19. Juni 2011



abschied. part 1.
mittlerweile bin ich mit meiner kampfausrüstung, bestehend aus wassereimer und spachtel, im schlafzimmer angekommen. nachdem ich mich von dem schock erholt habe, dass es tatsächlich menschen gibt, die ihre wände quietschblau streichen, musste die erste wandkalligraphie dran glauben. bis zum ende drumrumgeschlichen ist herr hates nun endgültig von der wand gekratzt. hach.

zum abschied also nochmal, zum gefühlten 385. und sicherlich nicht zum letzten mal
auf diesem blog - da brauche ich mir nix vormachen - herr hates mit seinen mannen von diary of dreams und 'traumtänzer'. noch 6mal schlafen, dann kann ich das wieder mal live mitgrölen.
hast duuuuu noch nieeeeeeeeee geseeeeeeeeeeehn, wie. meine. augen. glitzern..... zack zack.




noch 11 x schlafen.
dann kommt das neue jeanne d'arc living magazin raus.
zum vorbestellen wie immer hier entlang.


14. Juni 2011



ein flur ist ein flur ist ein flur.
sagte schon einst ein weiser mann und unserer ist nun fertig. also, der flur jetzt. jippiehhhh. na ja gut, die türzargen werden natürlich auch noch lackiert, aber solche kleinigkeiten trüben meine freude nicht im geringsten, während ich schlapp wie ein nasser waschlappen, aber mit oberarmen wie der verlorene dritte klitschko-bruder auf dem boden liege und versuche, ein photo hinzukriegen. und nach drei tagen endspurtgeackere - schatzis papa würde jetzt sagen "sieht man gar nicht, dass renoviert wurde. kumma, da ist ein fleck an der wand, da musste nochma drübber." - werde ich mich jetzt mit diesem riesenhumpen erdbeeren einfach nur auf den rücken legen. und darüber sinnieren, dass dies erst der erste 'raum' von fünfen war und ob es auffallen würde, wenn wir jetzt einfach aufhören............



9. Juni 2011



phantasie ist die gabe.
bevor wir morgen den neuen fußboden einkaufen und pfingsten auf den knien rutschend verbringen werden, schnell noch ein shrine fürs shöpchen. quasi revolutionär ohne altes kinder-/frauen-/männer-wasauchimmer-photo. kalligraphie darf aber natürlich nicht fehlen. wat mut dat mut.


5. Juni 2011



heimARTliebe. die möbel.
oder: im namen der filzerdbeere.
oder: dieses ist der zweite streich.

so oder so ein historischer tag heute. denn an diesem wochenende wurde nochmal alles aus den kreativen (stephie und ich) sowie technischen (casi&heimi.security) gehirnwindungen gepresst was ging. dabei gingen die einen mit etwas mehr einsatz an die sache ran (siehe unten), die anderen etwas entspannter (siehe oben). tse.

auch hier ist es wieder nicht überliefert, wie wir drauf gekommen sind. es erscheint allerdings höchst logisch. denn was kann stephie am besten: möbelaufhübschen. was kann ich am besten (oder bilde es mir zumindest ein): kalligraphie. und irgendwann anfang des jahres fiel es uns - wahrscheinlich wieder zwischen der zweiten und dritten flasche wein, da haben wir einfach die besten ideen - wie schuppen von den augen: kalligraphierte möbel. völlig klar.

also zack. sämtliche möbelvorräte aus den lagerhallen gezerrt, flohmärkte aufgekauft und heute öffnet heimARTliebe. der shop seine tore. über und über mit lackflecken bedeckt und stolz wie oskar laden wir zu einem kleinen aber feinen rundgang ein.

heimARTliebe steht von nun an für aussergewöhnliche möbel mit persönlicher handschrift, note und filzerdbeere, die es so garantiert kein zweites mal gibt.


tretet ein in unsere welt.






3. Juni 2011



eins zwo.
gab's nicht mal eine hip hop band namens eins zwo? es kommt mir so vor, als läge in irgendeiner meiner kisten sogar noch eine CD von denen. und ein t-shirt. in zitronengelb. aus meiner kurzen - sehr kurzen - 90er-jahre-deutsch-hiphop-phase. jesses.

so. tschuldigung. faden verloren. wo war ich?
rischtisch, ich wollte die erste beweisführung starten. dass photos vor blankem putz besser aussehen als vor raufaser. ein segen. haaaaaaaaa. und was es mit den beiden kollegen in grünrot auf sich hat... wird auch bald gelüftet. denn morgen findet das letzte geschäftsessen der fantastischen vier vor der großen enthüllung statt. aufgrund der historischen bedeutung sogar mit gebuchter übernachtung. aaaaaaaaaufregend.




nicht reden. machen.
und schon stehe ich seit zwei wochen bis zu den knien in tapete. nachdem wir die lange geplante komplettüberholung der wohnung letztes jahr zugunsten des heimARTliebe-buches verschieben mussten, wurde vor zwei wochen einfach der gute alte spachtel aus den tiefen des kellers gekramt.
und wenn man weiß, mit welchen schweißausbrüchen schatzi schon bei einem pusseligen gartencenter-besuch zu kämpfen hat, kann man sich das blanke entsetzen vorstellen, das seiner mimik entsprang. nach einer kurzen akklimatisierungsphase badet er aber mittlerweile kräftig mit im tiefengrund.
auf den photos alle drei übeltäter: raufasertapete, ahorn-/ birkelaminat, braune türen. also all das, was tunlichst nicht auf blogphotos auftauchen darf. haaaaaaaaa. da kann ich mich gar nicht so schnell entscheiden, was das größere verbrechen in der geschichte der inneneinrichtung darstellt. und das dauert. bis der letzte fetzen papier von der wand ist. wir sprechen hier nicht mehr von aggressionen, die sich dabei entwickeln. das ist blanke agonie. und das war erst der flur. wenn wir glück haben, schaffen wir's, bis der weihnachtsbaum einzieht.




da mit den tapeten auch sämtliche wandkalligraphien die reise ins jenseits antreten, muss ich mich mit angeklebten übergangsweisheiten über wasser halten.